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Chronik der Krone

Auszug aus dem Bauinventar der Gemeinde Aarberg
 

Strasse:

Stadtplatz 29

Bewertung: schützenswert 
 
Parz.-Nr. 642 
 
Eigentümer: Astrid und Christoph Müller-Linnenberg 
 
Inschriften: 1131-1233 (Aarberger- und Frienisberger-Wappen) Vordachuntersicht: Gasthof Krone Hotel 1233 
 
Kurzbeschrieb: Ehemaliges Stadthaus des Klosters Frienisberg, im Kern um 1200 (1233 erstmals erwähnt), wohl nach 1349 Gasthaus zur "Krone" Umbau im 17. Jh., massgebende Erweiterung 1837, renoviert 1931, 1964 - 1967, 1992 - 1993 Mächtiger Baukörper unter geknicktem Viertelwalmdach, der 1837 aus der Verbindung der ehem. Taverne, die bis 1349 dem Kloster Frienisberg gehörte und angeblich das erste ganz in Stein errichtete Haus in Aarberg war, und dem danebenstehenden Kornhaus entstand. Dominante 12-achsige Platzfront vor Eckstrebepfeilern und gefugten Lisenen flankiert. Ein Gurtsims trennt das mehr-fach umgebaute EG vom Oberbau. Teilweise gefugte EG-Wand aus Kalksteinquadern, ehem. mit Toröffnungen, seit 1966 Stichbogenfenster. Schaufenster von 1950. Oberbau mit Ecklisenen in Putz und abschliessendem Gesims mit profilimitierender Bemalung. Variierende Fenstergrössen aber einheitliche Fensterbänke. Der Süd-Ost-seitige Anbau mit Saal in der heutigen Form von 1921.
 
  Chronik und Geschichte der Krone
ca. 1200 Die Krone Aarberg, erbaut um das Jahr 1200 als Taverne des Klosters Frienisberg.
 
1233 Das Haus wird erstmals erwähnt.
 
1251 Bestätigt Graf Ulrich IV. (der 4te) von Aarberg dem Kloster den Besitz.
 
1349 Als Gasthof zur Krone bestehend.
 
1349 Wahrscheinlich war der erste Besitzer der Krone ein Kistler. Die Taverne der Frienisberger-Mönche ging im Jahr 1349 in Privatbesitz über und gehörte mehrere Jahrhunderte einer Familie Kistler.
 
1415 Mit grossem Brimborium wurde König Sigismund mit Gemahlin in Aarberg empfangen. Er nächtigte, in seinem Gefolge waren noch Herzog Ludwig von Bayern, Marktgraf Friedrich von Brandenburg, Graf Friedrich von Toggenburg und weitere Edelleute, im Gasthof Krone. Der Besuch kostete den Stadtherrn Bern 500 Pfund.
1741 Im Jahre 1741 war die Krone im Besitz der Kronenwirtin Jungfer Lambelet. (Quelle: Krone Aarberg von Hans Müller)
 
1799 Sicher festgestellter Besitzer: Johann Schneyder (Festgestellt aus einem Antwortschreiben der Verwaltungskammer des Kantons Bern vom 13. Juli 1799).
 
1800/1803 Der Kronenbesitzer Johannes Schneyder oder Schneider hat die "Krone" 1800 oder 1803 an seine Tochter abgetreten. Die neue Besitzerin, Frau Stephani-Schneider mit ihren Kindern, war die Witwe des Helfers Stephani.
 
1810 Mit Kaufbeil vom 14. April 1810 ging der Gasthof auf ihren Bruder Alexander Schneider über.
 
1820 Nach dem erfolgten Tod des Kronenwirtes Alexander Schneider kam dieser in den Konkurs. Die Verlassenschaft musste froh sein, im Nachfolger Johann Heinrich Dietler beim Geldstag einen guten Abnehmer zu finden, der im Geldtagssteigerungs-Kaufbrief vom 16. Mai und 2. Oktober 1820, gefertigt den 2. August 1820, die Besitzung erwarb.
 
1837 Johann Heinrich Dietler erwirbt, neben der Klostertaverne, das alte Kornhaus des Staates Bern. Aus beiden Gebäuden erbaute er die neue "Krone". So wie sich das Gebäude 1837 präsentiert, war es von ihm erstellt worden.
 
1854 Johann Heinrich Dietler stirbt im Dezember 1854.
 
1857/1858 Durch Zufertigungsbegehren vom 24. Oktober 1857, gefertigt den 21. April 1858, Aarberg-Grundbuch Nr.9, Fol. 15, ging die "Krone" in den gemeinsamen Besitz seiner Söhne, nämlich des gleichnamigen Johann Heinrich und des Nicolas Dietler über. Im gleichen Jahr erwarb aber durch Erbteilung der Sohn Johann Heinrich die "Krone" als Alleineigentum.
 
1869 Im Jahre 1869 stirbt Johann Heinrich Dietler. Durch Zufertigungsbegehren vom 2. Februar 1869 geht die "Krone" durch Erbgang an seine Frau, Marie Dietler geb. Walther über.
 
1898 Frau Marie Dietler-Walther stirbt im Jahr 1898. Nicht weniger als 44 Jahre war Frau Dietler als Kronenwirtin tätig und die "Krone" war fast 60 Jahre im Besitz der Familie Dietler. Da sich die Erben offenbar nicht einigen konnten, brachten sie den Gasthof an eine Steigerung. Durch Steigerungskaufbeil vom 30. März 1898, gefertigt den 30. Juni 1898, Aarberg-Grundbuch Nr. 16, Fol. 458, wurde Niklaus Sterchi von Schüpfen der Besitzer der Krone. Er übernahm den Betrieb zusammen mit seiner Frau und ihren beiden Söhnen aus erster Ehe.
 
1901 Mit Kaufvertrag vom 1. Oktober 1901, gefertigt den 3. Juli 1902, Aarberg-Grundbuch Nr. 18, Fol. 117, verkauft Niklaus Sterchi die "Krone" an Friedrich und Ernst Trachsel, den Söhnen seiner Frau.
 
1913 Durch Kaufvertrag vom 6. Februar 1913, eingetragen den 31. Mai 1913, Aarberg-Bezirksbelege Sie I, Fol. 722, erwirbt Ernst Rudolf Mäder die "Krone".
 
1914 Durch Kaufvertrag vom 16. Oktober 1914, eingetragen den 10. Dezember 1914, Aarberg-Bezirksbelege Serie I, Fol. 1461, geht die "Krone" an Wilhelmine Bösiger geb. Studer über. Nach kurzer Zeit kam der Gasthof in den Konkurs.
 
1918 Aus dem Konkurssteigerungsverkauf vom 12. Juni 1918, eingetragen den 14. August 1918, Aarberg-Bezirksbelege Seir I, Fol. 2819 kommt der Gasthof in den Besitz von Gottfried Müller, Baumeister von Aarberg. Gottfried Müller hatte für den Besitz den Betrag von Fr. 190'000.00 aufzubringen.
 
im gl. Jahr Klosterstube: Die alte Trinkstube der Frienisberger Mönche wird durch Gottfried Müller wieder hergestellt. Irgend eine unverständige Seele (so die Aufzeichnung von Gottfried Müller) hatte das schöne Holztäfer, das mehrere hundert Jahre alt ist, mit grauer Ölfarbe überstrichen, und Jahrzehnte lang war dieses Gemach das Dienstzimmer, beinahe Gerümpelkammer Mit Liebe und Sachkenntnis wurde die Ölfarbe abgelaugt und es entstand die heimelige "Bauernstube".
1921 Wird der SO-seitige Anbau mit Saal erstellt. Diente auch als Kino, bzw. zu Filmvorführungen.
1927 Im Jahr 1927 liess Gottfried Müller aus dem damals als "Engländersaal" benannten Raum für den Pistolenklub eine "Schützenstube" einrichten. Zu deren Ausschmückung wurde damals von Alphons Bloch, ein Freund von Gottfried Müller, eine Waffensammlung zur Verfügung gestellt.
1929 Beim Defilé seiner 2. Division am 19. September 1929 lernt Guisan die Aarberger kennen. Später, als General im 2. Weltkrieg, war er mehrere Male in der von ihm geschätzten "Schützenstube".
1936

 

Im Jahr 1936 stirbt Gottfried Müller. Durch Teilung, d.h. durch Erbvertrag vom 17. März 1938, eingetragen den 25. April 1938, Aarberg-Bezirksbelege Serie II, Fol. 407, übernehmen Frau Dr. Bernet-Müller in Bern und Hans Müller gemeinsam den Besitz.
 
1942

Guisan, ein Freund von Hans Müller, Sohn des verstorbenen Gottfried Müller, verbrachte 1942 mit
seinen Truppen in Aarberg die Soldatenweihnacht und hielt ihnen beim Schützenhaus Aarberg eine Ansprache die von einem nächtlichen Vorbeimarsch im Städtchen gefolgt war. Dieses Ereignis wurde vom Berner Maler Fritz Traffelet auf einem Gemälde festgehalten. Dieses 1944 gemalte Gemälde schmückte zuerst die neue "Halle" den heutigen "Salon Romand". Das erwähnte Gemälde befindet sich heute in der "Guisanstube".

Die heute in den Vitrinen ausgestellten Waffen gehören dem Pistolenklub Aarberg.

1946

 

1918 wird aus einer alten Gerümpelkammer die wunderschöne Bauernstube. Als 1946 das Wandgemälde in Erinnerung an das Kloster Frienisberg gemalt wird, erhält der Saal einen neuen Namen: Klosterstube!
 
1966 Die ehemaligen Toröffnungen im EG werden zu Stichbogenfenster – die ehemaligen Stallungen zum heutigen a-la-carte-Restaurant.
1967

 

Am Samstag, 21. Oktober 1967 (Geburtstag von Herrn General Henri Guisan) wurde die "Schützenstube", in Anerkennung der geleisteten Dienste von General Guisan, in "Guisanstube" umgenannt.
 
1971

Am 12. August 1971 stirbt Hans Müller.

Hans Müller, Baumeister von Aarberg, Politiker und Besitzer des Hotel-Restaurant Krone stirbt am 12. August 1971. Hans Müller war eine bedeutende Persönlichkeit in Aarberg. Die Trauerfeier fand, mit ca. 2'000 Anwesenden, darunter hohe Militärs, Politiker und einem Bundesrat, am 16. August 1971 auf dem Stadtplatz statt. Gegen 15 Uhr nahmen über 2'000 Personen auf langen Bankreihen auf dem Aarberger Stadtplatz Platz. Die Trauerzeremonie für den im Alter von 78 Jahren verstorbenen Hans Müller glich einem Staatsbegräbnis.

1999

 

Als Pächterpaar übernehmen die heutigen Besitzer den Betrieb Hotel-Restaurant Krone in Aarberg.
 
2000

 

Am 1. November 2000 geht die Liegenschaft des Hotel-Restaurant Krone mit Kaufvertrag aus dem Besitz von Dr. Heinz Winzenried, Schwiegersohn von Hans Müller sel., und seiner Frau, Charlotte Ro-binson, an Astrid und Christoph Müller-Linnenberg über. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart und bis zum heutigen Tag halten sich beide Parteien an diese, per Handschlag besiegelte, Vereinbarung.
 
2001 Im Sommer 2001 wird die Gaststube im Parterre renoviert.
2002 Umbau des ehemaligen Ladengeschäftes. Es entsteht die neue Raiffeisenbank, welche am 14. Dezember 2002 die Eröffnung feiert. Die Raiffeisenbank hat die Räumlichkeiten gemietet.
2003 Sanfte Renovation des Salon Romand sowie des Korridors im 1. Stock. Ende 2003 sind sämtliche Renovationsarbeiten der Hotelzimmer im 2. Stock, welche im Jahr 2002 wegen der Landesausstellung Expo.02 unterbrochen wurden, fertig gestellt.
2012

Renovation des à-la-carte-Restaurants. Die ehemaligen Stallungen erstrahlen in neuem Glanz. Mit 25 Hotelzimmer, der Gaststube mit 60 Sitzplätzen, das A-la-Carte-Restaurant mit 60 Sitzplätzen, dem an die Raiffeisenbank vermieteten Ladenlokal, einer im Jahre 2010 eingebauten 31/2 Zimmer-Wohnung unterhalb des Kronensaales, vier Bankett- und/oder Seminarsäle (Klosterstube , Guisanstube, Salon Romand und Kronensaal) sowie das Ringmuur-Theater mit ca. 100 Sitzplätzen, der grosszügigen 51/2 Zimmer Duplex-Wohnung (2./3. Stock), 15 Parkplätzen hinter dem Haus und einer Landreserve von ca. 1'800 m2, ist  die "Krone Aarberg" das Grösste Restaurant in Aarberg. Auf dem historischen Stadtplatz ist es die grösste Parzelle.

Das Haus (Baukörper) hat per Heute einen Brandversicherungswert von 17'000'000.00.